Kreuzbandriss beim Hund - OP-Methoden und Tierphysiotherapie
- Ines Messinger
- 8. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Ein Kreuzbandriss gehört zu den häufigsten orthopädischen Verletzungen beim Hund. Meist ist eine Operation notwendig, um das Knie wieder zu stabilisieren. Doch welche OP-Methode ist die richitge? TPLO, TTA oder Kapselersatz - jede Technik hat ihre Vor- und Nachteile. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Operationsverfahren es gibt, worin sie sich unterscheiden und warum eine gezielte Tierphysiotherapie entscheidend für eine schnelle und erfolgreiche Heilung ist.
Was ist ein Kreuzbandriss beim Hund ?
Das vordere Kreuzband stabilisiert das Kniegelenk und verhindert, dass Ober- und Unterschenkel gegeneinander verrutschen. Reißt das Kreuzband teilweise oder vollständig, wird das Knie instabil. Die Folge sind Schmerzen, Lahmheit und langfristig häufig eine Arthrose.
Anders als beim Menschen entsteht ein Kreuzbandriss beim Hund oft nicht nur durch einen Unfall. Häufig verschleißt das Band über einen längeren Zeitraum und reißt schließlich bei einer alltäglichen Bewegung, beispielsweise beim Rennen oder Sprinten.
Welches sind die Symtome bei einem Kreuzbandriss ?
Plötzliche Lahmheit - Häufig tritt sie nach dem Spielen, rennen oder Springen auf. Viele Hunde entlasten das betroffene Hinterbein sofort.
Schmerzen im Kniegelenk - Das Knie ist schmerzhaft und der Hund möchte das Bein oft nicht vollständig belasten.
Schwellung des Kniegelenks - Durch Verletzung kann das Gelenk anschwellen und sich verdickt anfühlen.
Unsicherer Gang - Manche Hunde laufen vorsichtig, setzen das Bein nur kurz auf oder vermeiden bestimmte Bewegungen.
Muskelabbau - Besteht der Kreuzbandriss länger, baut sich die Muskulatur am betroffenen Hinterbein sichtbar ab.
Wie stellt der Tierarzt einen Kreuzbandriss fest ?
Neben der klinischen Untersuchung prüft der Tierarzt mit dem sogenannten Schubladentest und dem Tibeakompressionstest, ob das Knie instabil ist.
Zusätzlich werden Röntgenaufnahmen angefertigt, um Arthrose oder andere Veränderungen auszuschließen. In manchen Fällen sind weitere Untersuchungen notwendig.
Welche Operationsmethoden gibt es ?
Für die Behandlung eines Kreuzbandrisses stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung. Welche Methode gewählt wird, hängt unter anderem von der Größe, dem Gewicht, dem Alter und der Aktivität des Hundes ab.
Ihr behandelnder Tierarzt entscheidet gemeinsam mit Ihnen, welche Operation im individuellen Fall am sinnvollsten ist.
TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomy)
Die TPLO ist eine der am häufigsten durchgefühten Operationen bei mittelgroßen und großen Hunden. Dabei wird der Schienbeinkopf druchtrennt, gedreht und mit einer speziellen Platte stabilisiert. Das Kreuzband wird dabei nicht ersetzt. Stattdessen verändert die Operation die Belastung des Kniegelenks so, dass es auch ohne funktionierendes Kreuzband stabil arbeiten kann.
Vorteile:
sehr gute Stabilität
Geeignet für große und aktive Hunde
Schnelle Belastbarkeit nach der Heilungsphase
Nachteile:
Größerer operativer Eingriff
Höhere Kosten
Knochen muss vollständig verheilen

TTA ( Tibial Tuberosity Advancement )
Die TTA ist ebenfalls eine häufig eingesetzte Operationsmethode bei Kreuzbandrissen. Dabei wird der Ansatz der Kniescheibensehne am Schienbein nach vorne verlagert und mit einem Implantat stabilisiert. Dadurch wird das Knie ohne funktionierendes Kreuzband stabilisiert.
Vorteile:
Gute Stabilität
Schnelle Rehabilitation
Besonders geeignet für viele mittelgroße bis große Hunde
Nachteile:
Größerer operativer Eingriff
Nicht für jeden Hund geeignet
Auch hier muss der Knochen vollständig verheilen
Kapselbandstraffung ( extrakapsuläre Stabilisation )
Bei der Kapselbandstraffung wird das gerissene Kreuzband nicht ersetzt. Stattdessen stabilisiert der Tierarzt das Kniegelenk von ausßen mithilfe eines speziellen, reißfesten Fadens. Dieser übernimmt vorübergehend die Funktion des Kreuzbandes, bis sich das Gelenk durch Narbengewebe stabilisiert hat.
Vorteile:
Weniger invasiver Eingriff
Meist geringere Kosten
Geeignet für kleine und leichte Hunde
Kürzere Operationszeit
Nachteile:
Weniger geeignet für große und sehr aktive Hunde
Der Faden kann sich lockern oder reißen
Die langfristige Stabilität ist häufig geringer als bei der TPLO oder TTA
Hier nochmal eine Darstellung der verschiedenen Techniken

Wie unterstützt die Tierphysiotherapie nach einer Kreuzbandoperation?
Nach einer Kreuzbandoperation beginnt die eigentliche Rehabilitation. Eine gezielte Tierphysiotherapie hilft dabei, Schmerzen zu reduzieren, Schwellungen abzubauen und die Beweglichkeit des Kniegelenks zu erhalten. Gleichzeitig wird die Muskulatur langsam wieder aufgebaut und das operierte Bein Schritt für Schritt belastbarer.
Ziel der Physiotherapie:
Schmerzlinderung
Abschwellung des Kniegelenks
Erhalt und Verbesserung der Beweglichkeit
Muskelaufbau
Verbesserung der Koordination und des Gangbildes
Vorbeugung von Arthrose und Fehlbelastungen
Fazit
Egal ob TPLO, TTA oder Kapselbandstraffung - der langfristige Behandlungserfolg hängt nicht nur von der Operation ab. Eine individuell angepasste Tierphysiotherapie hilft dabei. So kann Ihr Hund möglichst schnell wieder sicher mit Freude laufen.
Ich begleite Sie und Ihren Hund mit einer individuellen Nachbehandlung direkt bei Ihnen zu Hause in Bremen, Schwanewede, Osterholz-Scharmbeck, Ritterhude und Umgebung.









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