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Patellaluxation beim Hund- Symptome, Behandlungen und Tierphysiotherapie

  • Autorenbild: Ines Messinger
    Ines Messinger
  • 9. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Eine Patellaluxation gehört zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen beim Hund. Dabei springt die Kniescheibe (Patella) aus ihrer normalen Führung. Besonders kleine Hunderassen sind häufig betroffen, aber auch größere Hunde können eine Patellaluxation entwickeln.


Je nach Schweregrad reicht eine

konserative Behandlung aus oder eine Operation wird notwendig.

Mit einer gezielten Tierphysiotherapie lassen sich Schmerzen lindern, die Muskulatur stärken und die Beweglichkeit nachhaltig verbessern.


Was ist eine Patellaluxation?


Die Kniescheibe gleitet normalerweise in einer knöchernen Führungsrinne am Oberschenkel. Bei einer Patellaluxation verlässt sie diese Führung und springt nach innen (medial) oder seltener nach außen (lateral).


Dadurch wird das Knie instabil und es kommt zu Schmerzen, Fehlbelastungen und langfristig häufig zu Arthrose.


Welche Symtome zeigt ein Hund mit Patellaluxation?


  1. Plötzliches Hüpfen auf 3 Beinen

  2. Kurzeitiges Hochziehen eines Hinterbeis

  3. Unsicheres Gangbild

  4. Schmerzen beim Beugen oder Strecken des Knies

  5. Knackende oder springende Bewegung der Kniescheibe - Beim Beugen oder Strecken kann die Kniescheibe hör- oder fühlbar aus ihrer Führung springen

  6. Muskelabbau am betroffenen Hinterbein

  7. Im fortgeschrittenen Stadium dauerhafte Lahmheit



Wie stellt der Tierarzt ein Patellaluxation fest ?


Der Tierarzt untersucht das Knie und prüft, ob sich die Kniescheibe aus ihrer Führung schieben lässt.Außerdem wird beurteilt, wie leicht sie luxiert und ob sie selbstständig wieder in ihrer normale Position zurückgleitet.


Zusätzlich werden meist Röntgen-

aufnahmen angefertigt,

um knöcherne Veränderungen oder Arthrose zu beurteilen.

In komplizierten Fällen können weitere bildgebende Verfahren notwendig sein.


Welche Schweregerade git es ?


Grad I

Die Kniescheibe springt nur selten heraus und gleitet sofort wieder zurück. Viele Hunde zeigen nur selten Symtome


Grad II

Die Kniescheibe springt häufiger heraus und bleibt manchmal kurz außerhalb ihrer Führung.

Es kommt oft zu Hüpfen auf drei Beinen und wiederkehrender Lahmheit


Grad III

Die Kniescheibe befindet sich überwiegend außerhalb der Führungsrinne und lässt sich nur kurz zurückschieben. Deutliche Fehlstellungen und dauerahfte Lahmheit sind möglich

Eine Operation wird meist empfohlen.


Grad VI

Die Kniescheibe liegt dauerhaft außerhalb ihrer Führung und kann nicht mehr zurückgebracht werden.

Hier besteht meist eine starke Fehlstellung des Beines und eine Operation ist in der Regel notwendig.


Welche Operationsmethoden gibt es?

Die Operation richtet sich nach Ursache und Schweregrad. Häufig werden mehrere Techniken miteinander kombiniert.


Vertiefung der Gleitrinne (Trochleaplastik)

Dabei wird die Führungsrinne der Kniescheibe vertieft, damit die Patella wieder sicher geführt wird.


Vorteile:

  • Gute Stabilität

  • Häufig eingesetzte Methode

  • Gute Langzeitergebnisse


Nachteile

  • Operativer Eingriff am Knochen

  • Heilungszeit erforderlich


Versetzen des Ansatzes der Kniescheibensehne (Tuberositas-Transposition)

Der Ansatz der Kniescheibensehne wird versetzt, damit die Zugrichtung wieder gerade verläuft.


Vorteile:

  • Korrigiert Fehlstellungen

  • Gute Stabilität


Nachteile:

  • Knochen muss vollständig verheilen

  • Größerer Operativer Eingriff


Straffung oder Lösung der Gelenkkapsel

Je nach Situation wird die Gelenkkapsel auf einer Seite gestrafft und auf der anderen Seite gelöst.

Dadurch wird die Kniescheibe wieder mittig geführt.


Vorteile:

  • Verbessert die Stabilität

  • Ergänzt andere Operationsmethoden


Nachteil:

  • Wird meist nicht alleine durchgeführt



Operationstechniken


Wie unterstützt die Tierphysiotherapie nach der Operation ?


Nach einer Patellaluxation-Operation

beginnt die eigentliche Rehabilitation.


Eine gezielte Tierphysiotherapie hilft dabei,

  • Schmerzen zu reduzieren

  • Schwellungen abzubauen

  • die Beweglichkeit zu verbessern

  • Muskelabbau zu verhindern

  • dasGangbild zu normalisieren

  • die Belastbarkeit Schritt für Schritt zu steigern


Ziel der Physiotherapie

  • Schmerzlinderung

  • Verbesserung der Beweglichkeit

  • Muskelaufbau

  • Verbesserung von Koordination und Gleichgewicht

  • Vermeidung von Schonhaltungen

  • Vorbeugung gegen Arthrose


Wann sollte mit der Physiotherapie begonnen werden ?


Bereits wenige Tage nach der Operation

kann - nach Freigabe durch den behandelnden Tierarzt -

mit einer angepassten Physiotherapie begonnen werden.


Je früher die Rehabilitation startet,

desto besser sind meist die Heilungschancen.


Eine Patellaluxation sollte nicht unterschätzt werden.

Unbehandelt kann sie zu dauerhaften Schmerzen,

Fehlbelastungen und Arthrose führen.


Mit der richtigen Behandlung und einer individuell angepassten Tierphysiotherapie können die meisten Hunde wieder schmerzfrei laufen und ihre Lebensqualität deutlich verbessern.

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